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Umfrageergebnis anzeigen: Kennen Sie LehrerInnen, die mobben?
Ich kenne nur ganz wenige Ausnahmen, die mobben. 1 11,11%
Es sind mehr LehrerInnen als man denkt, die Kinder regelmäßig absichtlich mobben. 4 44,44%
Manche LehrerInnen merken gar nicht, wie sie Mobbing vorleben. 5 55,56%
Die meisten LehrerInnen sind in dieser Hinsicht ganz ok. 3 33,33%
So etwas ist mir noch nie begegnet. 0 0%
Multiple-Choice-Umfrage. Teilnehmer: 9. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen

 
 
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  #1  
Alt 05.09.2010, 15:43
Pastor32 Pastor32 ist offline
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Registriert seit: 16.05.2006
Beiträge: 21
Standard Wenn Lehrer mobben

Wenn Lehrer mobben, merken sie es oft selber gar nicht.

Ich habe mich letztens mit einem unterhalten, der als Kind wegen seiner Körperfülle und seiner Haarfarbe außerordentlich gehänselt wurde.

Selbstverständlich ist er gegen das Mobben und will auch entsprechend "durchgreifen".
Nur: Er selber merkt gar nicht, was er zu diesem Problem beiträgt. Dumme Bemerkungen und Anspielungen zu Berufen der Eltern, "witzige" Bemerkungen beim Fehlverhalten von Schülern, usw. usw.

OK, die SchülerInnen sind heutzutage auch nicht mehr die einfachsten. Früher gab es das ja auch schon, dass Lehrer fertig gemacht wurden. Aber durchweg können LehrerInnen davon berichten, dass sie sich heute Unverschämtheiten vor der Klasse an den Kopf werfen lassen müssen, die man noch vor 20 Jahren gedacht, aber niemals so geäußert hätte.
Ein gewisses Maß an Verständnis kann ich schon aufbringen, wenn sich Lehrer verbal wehren.

Und trotzdem vergiftet es die Atmosphäre an der Schule. "Starke" Schüler können es sportlich nehmen und werden damit fertig. "Schwache" Schüler können depressiv werden. Sie bekommen von ihren Schulkollegen oft schon genug abfällige Bemerkungen zu spüren, und wenn der Lehrer nun auch noch die Munition liefert, mit denen die Meinungsführer in der Klasse ihre Machtposition weiter ausbauen können und die Lacher auf ihrer Seite finden, dann wird es gräuslich.

Wenn Lehrer dies lesen: Bitte, ich habe nichts gegen euch. Ihr habt einen enorm schwierigen Beruf, und ich habe Hochachtung vor jedem Menschen, der sich diesen Anforderungen aussetzt.
Gerade darum aber meine Bitte: Überprüft selbstkritisch die "Scherze", die ihr zulasten von Schülerinnen und Schülern macht. Überprüft, ob ihr nicht doch nur Dampf ablasst, der den betroffenen Schülern dennoch in der Seele weh tut.
Rechnet damit, dass keiner der von euch betroffenen und gemobbten Schüler in Tränen ausbricht. Sie werden höflich lächeln und sich möglichst wenig anmerken lassen, was ihr gerade angerichtet habt. Aber der Schmerz bleibt und die Wunde bleibt - und ihr merkt es nicht.
Die "Starken" werden euch contra geben, da kann es dann wirklich ein verbales Spiel sein. Die schwachen können daran zerbrechen.

Wenn es irgend geht: Bildet Selbsthilfegruppen, in denen ihr euch über euren Frust durch die Schüler austauschen könnt und in denen ihr den Frust ablassen könnt. Seelenhygiene ist wichtig. Aber seid Vorbild darin, dass man Scherze auch machen kann, ohne dass sie zulasten anderer gehen. Macht keine Scherze über Schüler, ihr merkt nicht, was ihr damit anrichtet. Macht Schüler stark, macht ihnen Mut, fördert sie, aber macht euch nicht über Fehler lustig, so unmöglich diese Fehler auch sein mögen.

Wie sollen Schülerinnen und Schüler merken, was sie mit ihrem unbewussten Mobbing anrichten (es gibt auch ganz bewusstes Schülermobbing, das will ich hier nicht bestreiten), wenn ihr als Lehrer ihnen vormacht, wie man auf anderleutes Rücken Spaß haben kann?

Geändert von Pastor32 (05.09.2010 um 15:55 Uhr).
  #2  
Alt 31.03.2011, 09:35
schnitzly schnitzly ist offline
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Registriert seit: 14.08.2009
Beiträge: 3.186
Standard

Das Vorbild braucht selber Vorbilder, geeignete Bilder, nach denen er sich ausrichten kann. Der Pädagoge ist oft genug reiner Wissensvermittler, aber er bildet nicht mehr, da passiert nichts mehr an positiver Persönlichkeitsformung oder ähnlichem Wunder.
Vor langer, langer Zeit gab es eine Art heilger Gral, das war der humanistische Bildungsbegriff. In seiner Ursprünglichkeit war er nicht konservativ angestaubt, sondern fast schon ein bißchen revolutionär.
Es galt die Überzeugung, dass die Wissensvermittlung selber die Person formt, also bildet. Neues Wissen verlangt vom jungen Hirn immer wieder Umdenken. ergo, geistige Beweglichkeit.
Nicht neben der Wissensvermittlung noch eine dazuzulernende pädagogoische Begabung, sondern das Pestalozzi-v. Humboldt Integral, sollte das Ziel sein.

Bei vielen Pädagogen hapert es daran! Ziellosigkeit, die auf Dauer unzufrieden macht oder resignieren läßt. Von solchen Lehrern kann man zum Thema Mobbing, gerechterweise nicht viel verlangen.
__________________
In Staatsgeschäften darf man weder Vorurteile noch Leidenschaften haben, erlaubt ist nur die fürs Gemeinwohl." (Der Große Fritz)

Geändert von schnitzly (31.03.2011 um 09:39 Uhr).
  #3  
Alt 11.07.2011, 13:42
FcFan90 FcFan90 ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 11.07.2011
Beiträge: 5
Standard

Hi,

Muss sagen, dass ich nicht wirklich viele Lehrer kenne, die Schüler "mobben".
Hatte genug Lehrer die mich nicht mochten und mich und andere ungerecht behandelt haben aber so wirklich von "Mobbing" kann eigentlich nicht die Rede sein.
Nur bei einem Lehrer kann ich mich erinnern, dass er den Dicken in meiner Klasse immer (auch im Unterricht) mit "Fetty" angesprochen hat.
Warum der Typ sich das gefallen lassen hat, weiß ich nich, immerhin hat er genug Zeugen und der Lehrer kann wegen sowas seinen Job verlieren.
Ansonsten muss ich sagen gemobbt wird eher von Schülern (zumindest zu meiner Schulzeit)
  #4  
Alt 22.10.2011, 20:47
duellberg2 duellberg2 ist offline
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Registriert seit: 17.10.2011
Beiträge: 12
Böse

Ich gebe zu, dass meine Tochter in Mathe schlecht steht. Nicht jeder kann den Mathestress während der Stunde ertragen. Seltsam ist, dass meine Kleine (16) zu Hause bei der Nachhilfe in ruhiger Atmosphäre die Themen bestens nacharbeiten kann und es auch versteht - sie braucht etwas länger.
Jetzt zu meinem Mobbing-Beispiel am Grevenbroicher Gymnasium:
Meine Tochter hat sich freiwillig für die "Ehrenrunde" entschieden. Sie wiederholt also!!
Lehrer in den ersten Mathestunden: "Wer von euch hat denn schon den passenden Taschenrechner für unsere Arbeit?"
Sarah: "Ich"
Lehrer: "Ja, bei dir wunderts mich nicht, weil du sitzengeblieben bist".
Dies ist mein zweites Kind an diesem Gymnasium. Mein Sohn hat diesen Kotzknochen genauso erlebt, wie meine Tochter jetzt. Also der Mann merkt einfach nicht, was er anrichtet.

Eine Lehrerin vor Jahren, gleiches Gymn., Geschichtsstunde: "Wer das nicht versteht, gehört nicht auf diese Schule".
Bei meinen beiden Kindern (nicht nur!!) das gleiche mobbende Verhalten der Lehrerin, über Jahre!
Lehrerin: "Die Kinder haben bei mir eine Bringschuld!"
Vater der Kinder: Wozu kam die Dame überhaupt noch zum Unterricht, das Abholen des Gehalts hätte doch gereicht. Ich habe mich über diese Lehrerin erkundigt: Sie wurde Lehrerin, weil sie in ihrem gewünschten Job nicht unterkam! Beschwerde beim Rektor: "Tja". Die Frau ist Beamte!
Warum werden solche Penner auf unsere Kinder losgelassen?
Walter Düllberg, Kapellen
 


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